Umfrage

UNEKE-Umfrage zur Bedarfsanalyse an Hochschulen

Eine passgenaue und ausgereifte Infrastruktur zur Speicherung und Vorhaltung von Forschungsdaten ist wesentliche Rahmendingung für wissenschaftliches Arbeiten und nachhaltigen Umgang mit Forschungsdaten. Die Konzeption und Einrichtung einer solchen Infrastruktur setzt die Kenntnis von aktueller Praxis und bestehenden Bedarfen seitens der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern voraus.
Zur Bedarfserhebung führte UNEKE daher eine Umfrage durch, um sowohl die aktuelle Speicherpraxis als auch die Speicherbedarfe an den Hochschulen zu ermitteln. Es beteiligten sich deutschlandweit 13 Hochschulen an der Umfrage.
UNEKE zielte insbesondere in der wisseschaftlichen Begleitstudie auf die Frage, was Forschende abhält bzw. ermutigt zukünftig Daten zu publizeren und zu teilen.

Interessierte Hochschulen sind herzlich dazu eingeladen, die Umfrage nachzunutzen!

Ergebnisse

Die UNEKE- Umfrage wurde als Online-Survey mit SoSciSurvey durchgeführt und auf DuEPublico und bei GESIS veröffentlicht. An der Umfrage nahmen deutschlandweit an dreizehn Hochschulen insgesamt 1.684 Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit, die aus allen Forschungsbereichen kamen. Die teilnehmenden Hochschulen waren die Universität Duisburg-Essen, RWTH Aachen, Ruhr-Universität Bochum, Universität Bonn, Universität Düsseldorf, Universität Hildesheim, Universität Siegen, Universität Wuppertal, Uni Köln, TH Köln, FH Aachen, FH Bielefeld und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Wie also gehen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen heute mit ihren Daten um und wie kann Forschungsdatenmanagement zukünftig optimiert werden?

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen speichern ihre Daten vor allem lokal. Die lokale Datenspeicherung auf dem eigenen Dienstrechner oder einer externen Festplatte ist noch vor der Nutzung von Instituts- oder Hochschulservern die verbreitetste Art Daten abzulegen. Zwei Drittel der Befragten gaben an, ihre Daten auf dem eigenen Dienstrechner zu speichern, während ungefähr 40 % der befragten Wissenschaftler/-innen außerdem den Instituts- und Hochschulserver nutzen. Über die Hälfte verwendet zur Datenspeicherung eine externe Festplatte oder USB-Stick (Mehrfachnennungen waren möglich).

Viel wichtiger allerdings stellt sich die Frage, ob Forschungsdaten langfristig auf externer Hardware gut aufgehoben sind – denn die Lebenszeit eines durchschnittlichen Datenträgers beträgt nur fünf Jahre. Die Vorgaben der Guten wissenschaftliche Praxis sehen allerdings vor, Forschungsdaten mindestens zehn Jahre vorzuhalten, um Forschungsergebnisse nachvollziehbar und reproduzierbar zu halten. Dies betrifft laut Angeben der der Forscher 60 bis 70 % ihrer Daten, bevorzugter Ablageort ist auch die wenig geeignete externe Festplatte.

Erst recht kritisch wird es, wenn es um langfristige Archivierung geht: Obwohl Forschende 40 bis 50 % ihrer Daten über 25 Jahre aufbewahren möchten, verwenden sie in der Mehrheit hierzu völlig ungeeignete Speicherorte. Datenzentren und Repositorien, die eine langfristige Verfügbarkeit und Wiederauffindbarkeit der Daten analog zu etablierten Einrichtungen für Publikationen gewährleisten, werden nur von weniger als 5 % der Forscher genutzt.

Die Umfrage ergab außerdem, dass Forschende beim Speichern ihrer Daten lieber ihrer eigenen Ordnung folgen und Möglichkeiten einer strukturierteren Verwaltung wenig Aufmerksamkeit schenken. Doch Forschungsdaten, die ohne System gespeichert werden, sind später auch schlechter weiterzuverwenden. Abhilfe schafft hier die Vergabe von Metadaten, die durch Kennzeichnung und Dokumentation der vorhandenen Informationen ihre Wiederauffindbarkeit und Verwendbarkeit garantieren. Immerhin erfassen 68 % der Forschenden Metadaten, aber nur 3 % verwenden dazu allgemeine Standards.

Die Umfrageergebnisse bieten damit deutliche Hinweise, in welchem Umfang und mit welchen Schwerpunkten institutionelles FDM an den beteiligten Hochschulen aufgebaut werden könnte: neben der Nachfrage nach konkreten Speicher- uns Archivierungsangeboten besteht viel Beratungsbedarf zum Thema Datenorganisation und Metadaten.

Veröffentlichung:

Die Ergebnisse sind veröffentlicht auf DuEPublico:

Brenger, Bela; Rehwald, Stephanie; Wilms, Konstantin L.; López, Ania; Stieglitz, Stefan (2019):
UNEKE: Forschungsdatenspeicherung – Praxis und Bedarfe: Online-Survey 2019.
doi:10.17185/duepublico/70259

Sowohl der Datensatz als auch der Fragebogen können nachgenutzt werden:

Wilms, Konstantin; Brenger, Bela; Lopéz, Ania; Rehwald, Stephanie; Stieglitz, Stefan (2019): UNEKE – Survey on Storing Practice and Storing Requirements for Research Data. GESIS Data Archive, Cologne. ZA6981 Data file Version 1.0.0, doi:10.4232/1.13321